100 Jahre NEUES FRANKFURT
Im Jahr 2025 feiert Das Neue Frankfurt seinen 100 Geburtstag. Und dies ist der Anlass, jener Gestaltungsmoderne am Main in den 1920er-Jahren des letzten Jahrhunderts zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen auszurichten: Museen und Institutionen wie das Museum Angewandte Kunst, das Deutsche Architekturmuseum, das Jüdische Museum Frankfurt, das Historische Museum Frankfurt, das Institut für Stadtgeschichte, das Ernst-May-Haus & Museum, die Martin Elsaesser Stiftung sowie weitere Institutionen laden zu einem vielfältigen Programm ein. Damit ist zugleich der Grundstein für das kulturelle Großprojekt World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 gelegt.
Die politischen Entscheidungsträger der grundlegenden Modernisierung von urbaner Infrastruktur, sozialem Wohnungsbau, Medien, Kunst und Design – Oberbürgermeister Ludwig Landmann, Stadtbaurat Ernst May, Stadtkämmerer Bruno Asch und Kulturdezernent Max Michel – waren jüdisch und säkular. Auch viele der weiblichen Persönlichkeiten des Neuen Frankfurts kamen aus jüdischen Familien – etwa die Grafikerin Nelly Schwabacher, die Künstlerin Erna Pinner, die Fotografinnen Ilse Bing und Jeanne Mandello. Andere – wie etwa Ferdinand Kramer – waren mit einer Jüdin verheiratet oder – wie etwa der Radiopionier Hans Flesch – in Familien aufgewachsen, die sich in vorausgehenden Generationen vom Judentum abgewandt hatten. Für die meisten dieser prägenden Persönlichkeiten hatte ihre jüdische Herkunft keine zentrale Bedeutung für ihr eigenes, dezidiert modernes Selbstverständnis. Für andere – wie etwa den Architekten Fritz Nathan oder den Silberschmied Ludwig Wolpert – hingegen bildete sie den Ausgangs- und Bezugspunkt ihres Schaffens.
Mit der nationalsozialistischen Machtübernahme wurden sie alle entrechtet und in die Emigration gezwungen, aber ihre Verfolgungsgeschichte ist nicht das einzige, was die verschiedenen jüdischen Protagonisten miteinander verbindet. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der jüdischen Tradition der Pflege von Gemeinsinn, in der sie aufwuchsen, und dem sozialen wie kulturellen Modernisierungsvorhaben des Neues Frankfurt?
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